Übergangsphasen

Folge “Erziehungsratgeber” in Zusammenarbeit mit den Freiburger Nachrichten

Unser Kind ist drei Jahre alt und geht seit Kurzem an vier Tagen in die Kita. Während der Eingewöhnungsphase wurden wir darüber informiert, dass den älteren Kindern kein Schoppen mehr für den Mittagsschlaf angeboten wird. Wir waren ziemlich überrascht, da unser Kind jeden Mittag und Abend einen Milchschoppen zum Einschlafen braucht. Es hat sich sehr gut in der Kita eingelebt und schläft dort problemlos ohne Schoppen ein. Zu Hause fällt es ihm jedoch immer noch schwer, ohne Schoppen einzuschlafen. Wir fragen uns, woran es liegt und was wir machen können.

Solche Übergangsphasen im Leben eines Kindes bieten gute Gelegenheiten, sich intensiver mit seiner Selbstständigkeit auseinanderzusetzen. Was braucht ein dreijähriges Kind in diesem Alter wirklich? In welcher Entwicklungsphase befindet sich das Kind gerade? Sind Schoppen und Nuggi seinem Alter entsprechend? Muss das Stofftier ständig dabei sein?

Für viele Eltern und Erziehungspersonen sind solche Momente herausfordernd, und gleichzeitig bieten sie die Chance den nächsten Entwicklungsschritt einzuleiten.

Mit drei Jahren steht das Spiel, die Sprache, die Bewegung, soziale Kontakte und verlässliche Strukturen im Vordergrund.

Schoppen und Nuggi sind für die Kleinen gedacht. Ab einem gewissen Alter brauchen Kinder diese Übergangsobjekte nicht mehr. Wenn Kinder trotzdem danach fragen oder weinen, bedeutet es nicht, dass sie es unbedingt brauchen. Oft handelt es sich eher um eine Gewohnheit. Erziehungspersonen können sich deshalb folgende Frage stellen:  Welches Bedürfnis steckt hinter dem Verhalten? Ist es wirklich ein Grundbedürfnis oder eine Gewohnheit bzw. ein kurzfristiger Wunsch?

Es ist die Aufgabe der Erwachsenen, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich weiterzuentwickeln. Solche Übergangsobjekte können in bestimmten Situationen sehr nützlich sein, etwa wenn ein Kind Mühe hat, sich von den Eltern zu trennen oder es müde ist. In solchen Fällen können Nuggi und Nuschi bzw. Stofftier vorübergehend Trost und Sicherheit bieten.

Für manche Kinder ist es jedoch nicht so einfach, sich Gewohnheiten abzugewöhnen – dennoch lohnt es sich. Ein kleines Vorbereitungsritual kann dabei sehr unterstützend sein. Auch klare Regeln, wann und wo das Kind sein Nuschi/Stofftier bei sich haben darf, fördern die Selbstständigkeit und unterstützen es beim Grosswerden.

Précédent
Précédent

Trauer

Suivant
Suivant

Vorbereitung Einschulung